Anonymisierung vs. Pseudonymisierung

Anonymisierung vs. Pseudonymisierung: der Unterschied

Im Datenschutzkontext werden Anonymisierung und Pseudonymisierung häufig gleichgesetzt. Tatsächlich handelt es sich um zwei grundlegend unterschiedliche Konzepte mit jeweils eigenen rechtlichen und praktischen Konsequenzen.

Texte und Dateien anonymisieren

Warum die Unterscheidung zwischen Anonymisierung und Pseudonymisierung so wichtig ist

Die Wahl der richtigen Methode beeinflusst unmittelbar, ob Daten weiterhin unter die DSGVO fallen oder nicht. Fehleinschätzungen können zu erheblichen Datenschutzrisiken führen.

Rechtslage

Personenbezug entscheidet über DSGVO-Anwendbarkeit

Anonymisierte Daten gelten nicht mehr als personenbezogen, da eine Identifizierung der betroffenen Person nicht mehr möglich ist. Pseudonymisierte Daten bleiben hingegen personenbezogen, da eine Zuordnung über Zusatzinformationen weiterhin möglich ist und somit weiterhin den Pflichten der DSGVO unterliegen.

Risiko

Falsche Einordnung erhöht Haftung und Prüfungsaufwand

Wer Pseudonymisierung mit Anonymisierung gleichsetzt, riskiert, notwendige Schutzmaßnahmen, Dokumentationspflichten und rechtliche Grundlagen zu vernachlässigen. Dadurch können relevante Compliance-Lücken entstehen.

Was versteht man unter Anonymisierung?

Anonymisierung zielt darauf ab, den Personenbezug von Daten vollständig und dauerhaft zu entfernen.

Wann gelten Daten als anonym?

Daten gelten erst dann als anonym, wenn sie dauerhaft außerhalb jeder Identifizierbarkeit liegen. Das bedeutet, dass weder einzelne Merkmale noch deren Kombinationen eine Zuordnung zu einer Person ermöglichen dürfen. Maßgeblich ist, ob eine Re-Identifizierung unter realistischen Bedingungen ausgeschlossen ist – auch bei zusätzlichem Wissen oder technischer Weiterverarbeitung.

Rechtliche Einordnung anonymisierter Daten

Sind Daten wirksam anonymisiert, verlieren sie ihren personenbezogenen Charakter. Sie fallen damit nicht mehr unter die Vorgaben der DSGVO. Pflichten wie Zweckbindung, Speicherbegrenzung oder Betroffenenrechte greifen nur solange, wie ein Personenbezug besteht. Voraussetzung ist jedoch, dass die Anonymisierung technisch belastbar und dauerhaft wirksam ist.

Grafik zeigt die Anonymisierung ohne Token-Tabelle, bei der keine Rückführung der Daten möglich ist
Grafik zeigt die Pseudonymisierung mit Token-Tabelle zur kontrollierten Rückführung anonymisierter Daten

Was bedeutet Pseudonymisierung?

Pseudonymisierung ersetzt identifizierende Merkmale durch Kennzeichen oder Platzhalter, hebt den Personenbezug jedoch nicht vollständig auf. Eine Zuordnung zu einer Person bleibt grundsätzlich möglich, sofern zusätzliche Informationen vorhanden sind. In der Praxis erfolgt dies häufig über eine sogenannte Mapping-Tabelle, in der die verwendeten Kennzeichen den ursprünglichen Identifikatoren zugeordnet sind und eine Rückführung ermöglichen.

Ein typisches Beispiel für eine solche Pseudonymisierung ist in der Abbildung dargestellt, bei der ursprüngliche Identifikatoren durch neutrale Werte ersetzt wurden, ohne die zugrunde liegende Datenstruktur vollständig zu anonymisieren.

Pseudonymisierung als Sicherheitsmaßnahme

Innerhalb der DSGVO ist Pseudonymisierung eine empfohlene Maßnahme, um Risiken zu reduzieren. Sie erleichtert den Umgang mit Daten, ersetzt aber keine Rechtsgrundlage.

Warum pseudonymisierte Daten weiterhin personenbezogen sind

Eine Re-Identifizierung bleibt prinzipiell möglich, etwa über Schlüssel, Zusatzdaten oder organisatorische Zugänge. Damit gelten weiterhin alle DSGVO-Anforderungen.

Anonymisierung und Pseudonymisierung im direkten Vergleich

Die beiden Konzepte unterscheiden sich in Zielsetzung, Risiko und rechtlicher Wirkung.

Ziel

Re-Identifizierbarkeit

Anonymisierung entfernt den Personenbezug vollständig. Pseudonymisierung reduziert ihn, lässt aber eine Wiederzuordnung grundsätzlich zu.

Recht

DSGVO-Anwendbarkeit

Anonymisierte Daten fallen aus dem Anwendungsbereich der DSGVO. Pseudonymisierte Daten bleiben personenbezogen und müssen weiterhin geschützt, dokumentiert und rechtlich begründet werden.

Praxis

Typische Einsatzbereiche

Anonymisierung wird für Weitergabe, Auswertung oder Archivierung genutzt. Pseudonymisierung eignet sich für interne Analysen und Prozesse mit begrenztem Zugriff.

Welche Methode ist wann sinnvoll?

Die Entscheidung hängt stark vom jeweiligen Anwendungsfall, dem Zweck der Datenverarbeitung und den rechtlichen Anforderungen ab.

Anonymisierung

Anonymisierung bei Weitergabe und Auswertung

Sobald Daten an Dritte weitergegeben oder über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden sollen, ist eine vollständige Anonymisierung entscheidend, um Datenschutzpflichten zuverlässig einzuhalten und einen fortbestehenden Personenbezug auszuschließen.

Pseudonymisierung

Pseudonymisierung bei interner Verarbeitung

Für interne Prozesse, Testumgebungen oder Analysen mit eingeschränktem Zugriff kann Pseudonymisierung das Risiko einer unbefugten Identifizierung von Personen reduzieren, ohne den fachlichen Datenbezug vollständig aufzuheben.

Grafik zeigt, dass optische Schwärzung personenbezogene Daten nicht vollständig entfernt und Informationen im Quellcode weiterhin enthalten sein können

Häufige Missverständnisse in der Praxis

Viele Unternehmen überschätzen die Schutzwirkung der Pseudonymisierung oder setzen Anonymisierung falsch um.

1. Mythos

Pseudonymisierung = Anonymisierung

Der Austausch von Namen oder Identifikatoren führt nicht zur Anonymität. Pseudonymisierte Daten bleiben personenbezogen und erfordern weiterhin die Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben.

2. Mythos

Optisches Schwärzen ersetzt Anonymisierung

Visuelles Schwärzen entfernt Daten oft nicht aus der Datei. Ohne technische Bereinigung bleibt eine Re-Identifizierung möglich.

Anonymisierung vs. Pseudonymisierung – der nächste Schritt

Vertiefen Sie einzelne Fragestellungen oder prüfen Sie, welche Formate und Anwendungsfälle für Ihr Unternehmen relevant sind. Gern unterstützen wir Sie bei einer individuellen Einordnung.

Weitere Informationen

Dokumentarten & Formate

Überblick zu Formaten, Risiken und passenden Anonymisierungswegen.

Anonymisierung großer Datenmengen

Einordnung von Risiken und Anforderungen bei großen Datenmengen.

So geht es weiter

Sie möchten mehr über Anwendungsfälle, Dokumentarten oder den Einsatz von Project A erfahren? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie individuell und zeigen Ihnen die passenden nächsten Schritte.

Angebot erhalten
Wenn Sie auf “Alle akzeptieren” klicken, stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu, um die Navigation zu verbessern und unsere Marketingaktivitäten zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie.

Publikationen

Erfahrungen, Insights und mehr

Karriereportal

Offene Stellen

Project A

Texte und Dateien anonymisieren

RESA

Daten in Ihr SAP System übertragen